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von Obsidian Black
01 April 2018
Obsidian Black Songs

Songwriting – Teil 2: Obsidian Black Songs

Viele Bands schreiben eigene Songs. Obsidian Black auch. Doch der Weg zu einem fertigen Song ist manchmal lang und beschwerlich. Warum wir uns dennoch die Mühe machen und wie Obsidian Black Songs entstehen, erklären wir euch hier.

In einem Song steckt viel Arbeit. Natürlich könnten wir es uns leicht machen und Songs einfach komponieren lassen. Ein gängiger Weg, den viele bequeme Kollegen gehen. Aber mal ehrlich: ist das für Musiker erstrebenswert? Wir finden: Nein! Songs zu schreiben ist für uns mehr als nur eine Dienstleistung einzukaufen. Denn Zeit in Songwriting zu stecken hat viel zu bieten. So ist das Schreiben von Musik für uns ein willkommener mentaler Ausgleich zum beruflichen Alltag. Es hilft Gedanken, Sorgen und Emotionen zu sortieren und in Musik zu konvertieren. In gewisser Weise ist es ein Überdruckventil. Nebenbei macht es einfach jede Menge Spass mit Freunden zusammen etwas zu erschaffen. Letztlich ist es auch eine grossartige Methode sich auszutoben. Für uns ist Songwriting darum nicht mehr wegzudenken!*

Ein Song entsteht

Unsere Proben beginnen meist damit, dass wir uns gegenseitig Riffs oder Hooklines präsentieren, die wir allein oder zu zweit ausgedacht haben. Als Aufwärmübung wird dazu gejammt. Springt in der Band keiner auf die Ideen an, wechseln wir zur üblichen Routine. Diese besteht darin, die Setlist hoch und runter zu spielen um nicht aus der Übung zu kommen. Nicht oft genug stellt sich jedoch während des Jam eine Art positiver “Flow” ein. Das ist jener magische Moment, an dem alle – von der Grundidee inspiriert – mit einstimmen. Der Keim eines neuen Songs ist gesät. Jeder probiert dann an seinem Instrument Ideen aus. Manches funktioniert, manches nicht. Was gut klingt wird beibehalten, was nicht taugt wird weggelassen.

Es gibt typische Strickmuster die Rocksongs ausmachen. Derer bedienen wir uns und arrangieren unsere neuen Parts zu Intros, Strophen, Refrains, Bridges, etc. So wächst die Idee stetig heran zu einem kreativen Grobgerüst. Eine Probe reicht nicht aus um einen Song durchzuplanen. Gesangsparts, Solos, Details und Feinschliff nehmen zusätzliche Zeit in Anspruch. Damit wir zwischen den Proben nichts vergessen, zeichnen wir die Fortschritte in Audiofiles auf. So können wir ohne Unterbruch an den Songs weiter arbeiten.

Künstlerische Freiheiten

Das schöne am Songwriting bei Obsidian Black ist, dass jeder Musiker seinen Part selbst definiert. Aus den Ideen unterschiedlicher Köpfe wächst eine Gesamtidee, in der sich jeder verwirklichen und ausdrücken kann. So sind alle Musiker im Entstehungsprozess eingebunden. Aber – und auch das haben wir gelernt – nicht alle braucht es von Beginn weg. Oft liegt ein Song anfangs nur instrumentell vor und der Gesangspart wird später entwickelt.

Das Kollektiv als Schlüssel zum Songwriting

In vielen Bands gibt es einen oder vielleicht zwei Personen, welche die kompletten Songs, von der Idee bis zur Umsetzung, kreieren. Bei uns gibt es das nicht. Wir arbeiten alle sehr eng zusammen und kennen dadurch unsere Stärken und Schwächen. Gemeint sind nicht nur persönliche Eigenheiten der Bandmitglieder, sondern auch die spielerischen und kreativen Talente und Mankos.

Nur wenn sich Bandmitglieder gut kennen, dann stimmt auch die gegenseitige Erwartungshaltung.

Das zahlt sich aus. Denn gerade weil wir uns so gut kennen, stimmt auch die gegenseitige Erwartungshaltung, Toleranz ist selbstverständlich und Reibungen eher selten.

Reife von Obsidian Black Songs

Ihr fragt euch nun sicher, wie lange es dauert bis ein Obsidian Black Song komplett fertig ist. Das ist unterschiedlich. Nicht alle Songs geraten auf Anhieb wie wir es uns wünschen. Oft passiert es, dass wir Songmaterial beiseite legen und später wieder aufgreifen. Es kommt auch vor, dass wir ein Stück nach einem Jahr nochmal umkrempeln weil uns etwas nicht mehr passt.

Kommen wir gut voran, dann hat ein Obsidian Black Song nach etwa 6 – 8 Wochen einen Reifegrad erreicht, den alle vertreten können. Dann spielen wir den Song live und schauen wie das Publikum darauf reagiert. Bei gutem Feedback ist klar, dass wir daran nicht mehr viel ändern und das Stück kommt vielleicht irgendwann auf CD.

* Wieso wir kaum Songs covern, könnt ihr im ersten Teil nachlesen “Songwriting – Teil 1: Ein Plädoyer für Songwriting“.